Facebook und Konsorten vs. Datenschutz


Ja ja, das Gesichtsbuch. Wir regen uns immer gern schnell mal über die Datenkraken auf, posten aber hinterher die Bilder unseres Neugeborenen… So ist das eben. Aber dieses Phänomen betrachten wir demnächst (2017 ??? *lol*) in den FAQ von Eitico.de.

Mal davon abgesehen, daß ohnehin jeder selbst schuld ist, der Facebook und Konsorten nutzt, sorgen sich Datenschützer und Politiker um die Sicherheit unserer Daten, da sie einmal im Jahr an unser aller Wohl denken. Stasi 2.0 ja, aber bitteschön nicht made by Google und Facebook – dafür gibt es schließlich den grün-blauen Sumpf (ausnahmsweise mal nicht den braunen oder roten), bestehend aus Bullerei, LKA, BKA, VS, BND bis hin zu RTL, ZDF, MFG und BUS. Aber darum geht es ja gar nicht.

Es geht viel eher darum, daß Facebook “ein paar” Daten erhält, wenn man auf eine Seite mit einem entsprechenden Plugin kommt. Ist man dann auch noch gerade bei Facebook eingeloggt, bekommt Facebook so richtig Futter. Und das ist denen, die so um unser Wohl besorgt sind, ein Dorn im Auge. So regen sich die Datenschützer darüber auf, wenn jemand sein Recht auf persönliche Dummheit nutzt und a) bei Facebook facebookt und b) ohne sich bei Facebook auszuloggen andere Seiten benutzt. 

Nun hat das natürlich wieder Folgen für die armen Gewerbetreibenden. Nicht nur, daß sie sich aus Angst vor Abmahnungen einen Kopf um ein Impressum bei Facebook machen müssen – nein – auch die “schnuckeligen” und überaus wichtigen  Plugins auf der Firmenwebsite sind tabu. Ein Kunde könnte ja ausspioniert werden, wenn er Facebooker ist.

Was heißt das nun wieder für die Webmaster der Firmenseite? Arbeit! Denn das Original-Plugin ist gegen eine “datenschutzkonforme” Lösung auszutauschen, die natürlich mal wieder irgendwo in den Tiefen des Netzes zu bekommen ist – aber natürlich nicht bei Facebook.

Der gemeine Netzsurfer wird bevormundet, um seine Daten zu schützen – aber der Kleinunternehmer, der sich gerade so eine Mini-Website leisten kann, muß Heerscharen von Anwälten und Webmastern beschäftigen, damit die AGB  (Stichworte Gerichtsstand und Erfüllungsort), das  Widerrufsrecht, die Batterieverordnung, die Verpackungsverordnung, die Kackengehverordnung und natürlich die Datenschutzerklärung dem Buchstaben des Gesetztes entsprechen. Und da Facebook nicht einmal die Möglichkeit eines Impressums bietet, benötigt man einen Server mit SSL-Zertifikat oder/und Ahnung – oder eben Geld für EiTiCo ;-)

Worauf ich hinaus will: Der kleine Blumenladen-Inhaber und die Nagelstudio-Tante sind in der Pflicht – deren Eigeninitiative ist gefragt. Genau wie Allwissenheit und ihr Geld. Oder man riskiert teure Abmahnungen. Doch auch dann ist wieder Geld gefragt…

Man benötigt also sowas wie ein Dummy-Plugin. Es ist da; man kann es sehen - aber es ist nicht aktiv. Man kann es aber bei Bedarf aktivieren, wenn man den Drang verspürt, die betreffende Seite zu “teilen”.

Die Krux dabei ist, daß man im Code rumfriemeln muß. Runterladen kann man sich eine sogenannte 2-Klick-Lösung hier; Informationen dazu  gibt es dazu hier. Aber selbst diese ist mittlerweile umstritten, wie man auf dieser Seite im Abschnitt ‘Schützt mich die “2-Klick-Lösung”?’ oder auch hier lesen kann. Das ganze Thema ist zwar eigentlich schon etwas älter; allerdings hat es an Aktualität nichts eingebüßt, da wir alle nach wie vor davon betroffen sind und auch noch lange keine passable Lösung in Sicht ist!

Tja, man steht jedenfalls ziemlich im Regen. Letztendlich liegt es doch am Surfer, ob er sich bei Facebook anmeldet oder nicht. Aber der wird “geschützt” und bevormundet. Vielleicht möchte er ja gerade genau diese eben geposteten Daten an irgendwelche Server in den USA übertragen? Der User wird überall gewarnt, überall kann er es lesen - aber die Datenschützer beschließen, daß er das nicht müsse, weil er dazu zu blöd sei. Aber wir müssen alles lesen und alles wissen; wir Seitenbetreiber haben es auszubaden. Warum nicht Facebook? Damals wäre es anders gewesen: Die Reichs-Internetbehörde (*lol*) hätte Facebook in Deutschland einfach den Saft abgedreht und die “Sende”-Lizenz entzogen, fertig. Aber das wäre ja wieder diktatorische  Bevormundung… Logisch? Logisch! 

Jedenfalls sind wir bei EiTiCo lernfähig und haben auf die 2-Klick-Lösung umgestellt. Das Original hat uns aber nicht zugesagt (etwas unkomfortable Designanpassung, viel zu viel Code, zu großer Platzbedarf); wir haben daher selbst eine entsprechende Lösung geschrieben (läuft mit einem kleinen Schönheitsfehler beim FB-Button als Beta im Blog). Dabei sind wir auf etliche interessante Sachen gestoßen:

if($("div#accordion").length){
      $.getScript("/js/plugins/jquery.accordion.js");
}

Es scheint jedenfalls so, als wenn der Testlauf funktioniert. Noch 1-2 kleine Bugfixes – dann darf das auch auf EiTiCo.de runtergeladen werden… Wir halten Euch auf dem Laufenden. Happy Sharing!

An alle Shop-Betreiber…


Es kommt u.U. etwas Arbeit auf die Webprogrammierer zu: Am 1. August 2012 tritt die sogenannte Button-Lösung in Kraft.

“Bestellen” ist dann out; “Zahlungspflichtig bestellen” muß es dann heißen. Wer nicht so viel Platz für einen Mega-Button hat, wählt wohl “Kaufen”. Weitere Infos gibt es hier.  

Facebook und der lange Arm des Gesetzes


Auf allen unseren Facebook-Projektseiten wurden die Impressen aktualisiert und die Anzeige (etwas) beschleunigt. Die alte Lösung über die “StaticHTML” genannte Applikation eines Anbieters auf Facebook war (scheinbar aufgrund zu hoher Server-Last) unzumutbar. Weiterhin wurden sämtliche Seiten untereinander per Tab und DropDown-Eintrag verlinkt. So entfällt das lästige Suchen in den „Gefällt mir“-Angaben, wenn man beispielsweise mal von Fätt-Boys zu EiTiCo wechseln möchte…

Als Facebook-Neuling eine schnelle und unkomplizierte Lösung zum Erstellen eines Impressums zu finden, ist relativ schwierig. Wenn man nun keine Lust auf Mega-Ladezeiten hat und als Admin nicht immer nur den Bearbeitungsmodus sehen möchte, wenn man selbst mal die Seite ansehen möchte oder auch einfach nur keine Lust hat, seine Daten für irgendwelche Applikationen von Fremd-Anbietern freizugeben, benötigt man ein SSL-Zertifikat. Ob die Richter vom LG Aschaffenburg, die mit Urteil vom 19.08.2011 (Az: 2 HK O 54/11) entschieden haben, daß der Schriftzug “Info” bei Facebook NICHT ausreicht (und man demzufolge wahrscheinlich auch demnächst wegen eines fehlenden bzw. fehlerhaften Impressums abgemahnt werden kann), überhaupt wissen, was das ist?

Wir möchten wirlich mal sehen, wie ein deutscher Richter ein Impressum für eine Facebook-Seite anlegt. Wir glauben, wir würden uns totlachen!

Prinzipiell ist der Gedanke, den “Verursacher” einer Website schnell ausmachen zu können, schon in Ordnung. Allerdings stimmt es uns traurig, daß man den ehemals als Volk der Dichter und Denker bezeichneten Menschen in diesem einst so schönen Land hier nicht einmal mehr zutraut, unter “Info” auf die “Homepage” und dann dort auf das “Impressum” zu klicken…

Was erwartet denn der Durchschnitts-Deutsche bei einem Klick auf “Info”? Den neuesten Brustumfang von Pam Anderson nach dem letzten Silikon-Update? Einen Gutscheincode für ein 1-Probeexemplar-BILD-Schnupperabo? Jamba-Klingeltöne? Highlights aus dem Arbeitslosen-TV? Neueste Trend-Locations zum Chillen und Abhängen? Battle-Rhymes auf Kiez-Deutsch?

Scheinbar ja. Insofern: Liebe Richter, wenn dem wirklich so ist, könnt Ihr Euch das auch sparen. Deutsche Ghetto-Kids wissen dann sowieo nicht, was “Impressum” bedeutet… Und postalische Adressen sind dann erst recht überflüssig – Briefe schreibt eh niemand mehr.