Schneeball? Schnee-Ball!


Der “Schnee-Ball” findet (wie schon zaghaft angekündigt) am 09.02.2013 im Saal des Komplexes “Zu den Linden” in Trinwillershagen statt. Beginn ist um 20.00 Uhr; der Eintrittspreis beträgt 5,- Euro. Im Laufe des Abends wird das schönste (Ball-)Kleid gekürt. Die Musik erstreckt sich von den 70ern über Schlager bis hin zu aktuellen Titeln aus den Charts – hübsch bunt gemischt, wie man es von uns gewöhnt ist. Man könnte auch einfach sagen “Ü30″.

Fätte News ;o)


Die Mitteilungen aus dem Bereich “Fätt-Boys” sind seit dem 06.01.2013 auch über Twitter zu finden.

Am 09.02.2013 findet in der legendären Kult-Gaststätte “Zu den Linden” (bzw. im dazugehörigen “Mega”-Tanzsaal)  in Trinwillershagen evtl. der sogenannte “Schneeball” statt - genaueres geben wir bekannt, wenn es wirklich dazu kommt bzw. wenn es soweit ist. Durch die Verschiebung des Tessiner Karnevals war der Termin freigeworden.  

1&1: Umstellung auf neue PHP-Version


Ab dem 01.04.2013 unterstützt 1&1 die PHP-Versionen 4 und 5.2 nicht mehr; daher steht seit einigen Wochen auf den Servern PHP 5.4 zur Verfügung.

Um schnellstmöglich von der neuen PHP-Version zu profitieren, sollte schon jetzt im 1&1-Control-Center auf die neue “Globale PHP-Version” umgestellt werden. Überprüfen Sie anschließend, ob Ihre Webseite und Skripte einwandfrei laufen. Warten Sie mit der Umstellung also nicht zu lange – denn nur so gewährleisten Sie eine einwandfreie Darstellung Ihrer Website und ein reibungsloses Funktionieren Ihrer Skripte.

Bitte beachten Sie, daß in der neuen Version die Option “Register Globals” nicht mehr unterstützt wird. “Antike Skripte”, die noch damit arbeiten, müssen umprogrammiert bzw. ersetzt werden, da sie ansonsten nicht mehr funktionieren!

Außerdem empfehlen wir Ihnen, auf jeden Fall folgende Anwendungen durch ein Update auf den aktuellen Stand zu bringen:

  • Contao
  • Drupal
  • eGroupWare
  • Joomla
  • MediaWiki
  • myorgbook
  • osCommerce
  • phpBB
  • Serendipity
  • Shopware
  • Typo3
  • WebCalendar
  • WordPress
  • XOOPS
  • xt:Commerce

Nichts als heiße Luft…


Nachdem wegen angeblicher Fehler im Online-Shop der HBZ Branse GmbH viel heiße Luft durch einen BSD-User abgelassen wurde und wir  hier und hier darauf eingingen, lief viel Wasser den Berg hinunter – immerhin haben wir die haltlosen Vorwürfe über ein Vierteljahr unkommentiert gelassen.

Wir erinnern uns kurz: Die “Startseite” http://shop.hbz-branse.de/shop erzeugte einen Fehler 404. Der Gag dabei: Das ist nicht die Startseite! Und es existiert auch keine Umleitung, die diesen Aufruf erzeugt! Für uns war klar: Der Fehler sitzt vor dem Monitor in Schicht 8 des siebenschichtigen OSI-Modells. Immerhin war der BSDler stolz auf seine “speziellen Einstellungen”. Nun war es aber an uns, herauszufinden, was mit “normalen Einstellungen” (bzw. bei “normaler Nutzung”) passiert. Was geschieht also, wenn man den Browser bestimmungsgemäß verwendet und nicht einfach irgendwelche Phantasie-URLs zu nicht existenten Seiten eingibt?

Erstens hätten wir zum Testen mit besagter BSD-Edition ein 64Bit-System gebraucht. Davon gibt es bei uns zwar etliche – als Fätt-Boys haben wir schließlich 2 DiMuX(e) im Einsatz. Doch die sind logischerweise tabu. “Never touch a running system” vs. Live-Stick… Nö – beim besten Willen nicht. Nicht wegen derartigen Unsinns… Privat steht beim Kollegen Klein auch etwas 64bittiges herum – er hat aber auch noch etwas anderes zu tun; und das nicht zu knapp. Private Kisten oder Rechner mit anderer Bestimmung a la DiMuX sind ohnehin irgendwie tabu. Außerdem: Bei EiTiCo bin ich der Web-Onkel – aber meine 64er Test-Kiste war leider gerade “out of order”. Seit über 3 Monaten lag das Ding in auseinandergeschraubten Einzelteilen irgendwo hier und dort verteilt umher, weil es nicht so wollte, wie es sollte. Endlich habe ich auch in einer ruhigen Minute die Fehlerquelle gefunden: Eine meiner heißgeliebten M-Audio Delta 1010LT war verstorben. Rien ne va plus – nichts geht mehr! Ok, kurz getrauert; alles zusammengefriemelt, dann fix den originalen, “popeligen” Realtek-HD-Sound@NVIDIA aktiviert – und dat Ding löppt allwedder…

Zweitens: Ich hatte die Ruhe weg! Denn SERVERSEITIG heißt SERVERSEITIG! Und kraft meiner Wassersuppe habe ich im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten SERVERSEITIGE UMLEITUNGEN per .htaccess erstellt. Also konnte der besagte Fehler gar nicht auftreten – es sei denn, der Feuerfuchs der betreffenden BSD-Edition macht, was er will und kreiert nach Belieben URLs, die er dann aufruft. Doch dann wäre er komplett Schrott und nicht nutzbar; das würde dieses System komplett disqualifizieren. Daher war dieser Teil der Kritik (SSL-Kritik ist berechtigt! Liegt aber nicht in meiner Hand!) von Anfang an einfach nur in die Kategorie BLÖDSINN einzuordnen.

Drittens: Die einzige Möglichkeit, die (neben mutwilliger URL-Falscheingabe seitens des testenden “anonymen BSD-Users” (kurz: “ABU”)) zu einem Auftreten des Fehlers führen könnte, wäre ein von mir irgendwo eingebauter, falscher Link, der keine Umleitung auslöst und direkt auf den falschen URL zeigt. Doch ich bat ja den ABU, mir mitzuteilen, wo er den URL her hätte (um diesen etwaigen Fehler dann auszumerzen). Bislang ist diesbezüglich nichts erfolgt. Also bleibt mir nur die Annahme, daß er diese Adresse höchst-selbst und eigenhändig eingetippselt hat.

Doch DANN ist alles ok – wie erwartet. Nicht existente Seiten liefern nun einmal einen 404er; das soll so, muß so und ist auch richtig so. Das weiß eigentlich sogar der ABU. Die serverseitigen Umleitungen funktionieren alle perfekt – wie erwartet. Und nun kann ich auch reinen Gewissens sagen, ich hätte es mit BSD getestet:

Sowohl alle Verlinkungen auf der Homepage als auch die Direkteingabe von  http://shop.hbz-branse.de/, http://www.hbz-shop.de/ oder http://www.hbz-branse-shop.de/ führen erwartungsgemäß zur richtigen Seite. Lediglich ein Flash-Element wird vom “Gnash”-Player unter BSD nicht verarbeitet. Aber Flash ist ohnehin (spätestens seit HTML5 und Apple-Smartphones) out und stirbt demnächst sowieso.

Aber von einem 404er ist weit und breit nichts zu sehen – der tritt erst auf, wenn ich Phantasie-URLs wie /shop oder /wurstbrot eingebe. Doch so was mache ich nicht - ich bin schließlich kein ABU!

Wie gesagt: Falls ich den (übrigens logischerweise natürlich auch in anderen Browsern einen Fehler 404 erzeugenden) URL irgendwo so, wie es kritisiert wurde (http://shop.hbz-branse.de/shop), fälschlicherweise verlinkt haben sollte, ist mir das echt entgangen. Gefunden habe ich jedenfalls nichts. Doch so lange sich der ABU in Schweigen hüllt, muß ich eben annehmen, daß er seine hyperaktiven Fingerchen bei der Adreßeingabe nicht im Griff hatte. Doch mit Verlaub – das ist dann einzig und allein SEIN Problem und interessiert mich nicht die Bohne.

Nach wie vor bin ich aber gern bereit, das (angebliche) Problem hier im Blog zu diskutieren oder ggf. zu reproduzieren. So lange man mir aber nicht den geheimen und gut versteckten Link auf die angebliche Startseite zeigt, bleibe ich um so standhafter bei meiner Meinung, daß alles so ist, wie es sein soll.

Offizielles Fazit: Der kritisierte Fehler existierte nie und ist nur heiße Luft - mehr nicht! Und alles, was zu der Annahme dieses Fehlers führte, basierte auf falschem Umgang mit dem Rechner – so leid es mir auch für das Ego des BSD-Nerds tut.

Update: Ich habe gerade festgestellt, daß neben dem, was im Blog niedergeschreiben steht, noch eine weitergehende Diskussion stattfand und mir doch vom ABU mitgeteilt wurde, in welcher Situation der Fehler auftritt – das war mir in Anbetracht der verstrichenen Zeit tatsächlich entfallen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, tritt der 404er auf, wenn man in der Navigationsleiste der Homepage auf Shop klickt. Daher habe ich sämtliche Verlinkungen nochmals getestet – und zwar für alle als Video sichtbar und nachvollziehbar.

Verschobene Veranstaltungen


Es gab einige Änderungen im Tourplan! Der Karneval in Tessin wurde verschoben und der alten Location sowie des Kinderfaschings beraubt. Neue Location ist die Zuckerfabrik. Die Jubiläumsveranstaltung findet allerdings – wenn überhaupt – Ende April statt – dann aber wohl wieder im Volksparksaal. Aufgrund dieser Entwicklung mußte der Februar-Tanztee im Schloß Schlemmin auf Anfang März verschoben werden.Die konkreten Termine sind wie gewohnt auf http://faett-boys.de einzusehen.

MS DISEPO antwortet nicht…


DISEPO sollte ja eigentlich unser “Flaggschiff” sein – mutiert aber immer mehr zum Schlußlicht des Klein-&-Hilgendorf-Konvois. Sie ist zwar noch nicht komplett auf Grund gelaufen – aber zumindest in schwerem Sturm vorübergehend verschollen. Aufgrund des immensen Arbeitsaufwands war nämlich der geplante Relaunch des Projekts zum Jahresende nicht zu halten – es werden wohl noch einige Wochen ins Land gehen. Zwar sehr unschön – auch wegen unserer Glaubwürdigkeit – aber immerhin genießen Kundenprojekte höhere Priorität. Und das wird auch im neuen Jahr so bleiben.

KSK – wie wunderbar…


Wir durften uns gerade ganz aktuell mit der Frage beschäftigen, ob denn die Beträge, die wir in Rechnung stellen, bei der Berechnung der Bemessungsgrundlage für die Künstlersozialversicherung herangezogen werden bzw. ob diese Veranstaltungen der Meldepflicht unterliegen.

Diese Frage ist eindeutig mit NEIN zu beantworten – doch wie kommen wir zu diesem Schluß? Weder die KSK selbst noch die Sozialgerichte Karlsruhe und Lübeck sehen die Arbeit von Party-DJs als künstlerisch an. Dazu mal ein Sammelsurium von Links, gefolgt von Zitaten dieser Seiten. Und wir geben unseren Senf (Ja, nur “Senf” – keine Rechtsberatung!) in rot dazu:

http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/faqfuerunternehmenundverwerter.php

“Wie unterscheiden sich selbständige Künstler bzw. Publizisten von Arbeitnehmern?
Nur für Entgelte an selbständige Künstler und Publizisten ist nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz die Künstlersozialabgabe zu entrichten.”

Für Arbeitnehmer fällt die Abgabe eh nicht an – und ein DJ ist definitiv kein Publizist. Es bleibt also nur die Frage, ob ein DJ als Künstler anzusehen ist…

Wer ist Künstler oder Publizist im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes? Künstler ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise wie ein Schriftsteller oder Journalist tätig ist. Auch wer Publizistik lehrt, fällt unter den Schutz des KSVG. Eine weitere eindeutige gesetzliche Definition gibt es nicht, weil der Begriff des Künstlers oder Publizisten sich nicht absolut festlegen lässt.
Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ist bei der Beurteilung auf den „an der Typologie von Ausübungsformen orientierten Kunstbegriff abzustellen, der in aller Regel dann erfüllt ist, wenn das zu beurteilende Werk den Gattungsanforderungen eines bestimmten Kunsttyps entspricht“. D. h., dass bei diesen Berufsfeldern das soziale Schutzbedürfnis zu unterstellen ist, ohne dass es auf die Qualität der künstlerischen Tätigkeit ankommt oder eine bestimmte Werk- und Gestaltungshöhe vorausgesetzt wird. Das ist jedenfalls dann der Fall, wenn sie – vergleichbar dem Wirkbereich eines Maskenbildners bei Film oder Theater – z. B. dem Wirkbereich der Werbung zuzuordnen ist.”

“Künstler ist, wer Musik [...] schafft, ausübt oder lehrt…” trifft auf DJs, die keine eigenen NEUEN Klangbilder schaffen (z.B. durch Veröffentlichung eigener Remixe oder durch Nutzung von Synthesizern oder einzelner Sequenzen beim DJ-Set) nicht zu. Das Abspielen einer Playlist fällt kaum unter den Kunstbegriff; auch muß das so “entstandene Werk” mit Sicherheit nicht der Nachwelt erhalten bleiben. Und auch um Werbung handelt sich nicht. Daher die, unserer Meinung nach naheliegende Vermutung: Ein (normaler / einfacher) DJ ist kein Künstler! Gezahlte Gagen gehören damit NICHT zur Bemessungsgrundlage und sind somit auch nicht meldepflichtig!!!

http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=30&t=70498&start=30

Aus aktuellem Anlass gabs mal einen kleinen Schriftwechsel mit der KSK zum Thema DJ und ob dieser zu den Künstlern zählt.

Der Auskunftsbeamte der KSK schrieb am 1.6.2010 per E-Mail: “Ein Diskjockey zählt nur dann zum Kreis der Musiker oder Unterhaltungskünstler, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Das Zusammenstellen und Abspielen eines Musikprogramms und das Sprechen verbindender Texte genügt nicht, um die Künstlereigenschaft gemäß § 2 Künstlersozial-versicherungsgesetz (KSVG) zu begründen. Musiker ist als DJ nur, wer unter Verwendung von Tonträgern und technischen Hilfsmitteln verschiedene Musikstücke zu neuen Klangbildern und Kompositionen zusammenmischt. Das dabei entstehende Arbeitsergebnis muß die Qualität eines neuen künstlerischen Produkts haben. Für eine Tätigkeit als Musiker spricht, daß der DJ seine Arbeitsergebnisse auf Tonträgern veröffentlicht.
Unterhaltungskünstler ist nur, wer das Publikum wie ein Alleinunterhalter überwiegend durch Gesang, Sketsche, Anekdoten, Witze, Spiele o.ä. in Stimmung zu bringen versucht.”

Also “gewöhnliche” Party-DJs sind wohl keine Künstler….
Diverse “Star-DJs”, die u.a. eigene Kreationen vermarkten und wo das Publikum schon allein wegen dem Namen kommt, dürften dann wohl eher als Künstler eingestuft werden.
Ausdrücklich KEINE Kriterien, die über die Abgabepflicht entscheiden, sind:
- die Anzahl der Auftritte bzw. die Gagenhöhe
- ob die Tätigkeit nebenberuflich oder hauptberuflich ausgeführt wird
- ob der “Künstler” selbst in der KSK ist oder nicht
- ob er seinen Wohnsitz im Ausland oder Inland hat
- ob der Künstler im Ausland oder Inland tätig ist

Zum großen Unverständnis führt oft die Tatsache, daß für die Künstler, die nicht von der KSK aufgenommen werden (und somit von deren Leistungen profitieren können), weil sie z.B. nebenberuflich arbeiten oder keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, trotzdem Abgaben fälllig sind.

Hierzu die Begründung:
Der Grund für die Einbeziehung auch der an nicht versicherte Künstler/Publizisten (Nebenberufler, Ausländer) gezahlten Entgelte in die Bemessungsgrundlage liegt in der Vermeidung von Wettbewerbsvorteilen für Nichtversicherte und damit letztlich in der Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes des Art. 3 Grundgesetz (Bundesverfassungsgericht in NJW 87, 3118)

Dieser Text bestätigt unsere Vermutung. “Gewöhnliche Party-DJs” sind also keine Künstler. Auch wenn ab und zu mal ein Titel zu einem anderen übergeblendet wird, kann man nicht von einem neuen Klangbild oder einer Komposition sprechen. Dadurch wird der DJ kaum zum Musiker – zumal die Veröffentlichung des Arbeitsergebnisses auf Tonträgern fehlt. Und selbst ein bis zwei Partyspielchen sollten unschädlich sein, da ja nicht “überwiegend” versucht wird, damit Stimmung zu erzeugen. Es wird “überwiegend” Musik abgespielt – daher kann der DJ auch nicht wie ein Alleinunterhalter als Unterhaltungskünstler angesehen werden.

http://www.ksk-blog.de/2010/12/sg-karlsruhe-zur-kunstlereigenschaft.html
RA Andri Jürgensen, seit 10 Jahren spezialisiert auf das KSK-Recht, schrieb am 7. Dezember 2010 in seinem Blog:

SG Karlsruhe zur Künstlereigenschaft von DJs
Derzeit betreue ich zwei Verfahren zu der Frage, wann DJs Künstler im Sinne der KSK sind. Keine leicht zu klärende Frage, aber wenn man sich die Grundlagen der Rechtsprechung betrachtet, ist eine Lösung durchaus möglich. Denn Kernfrage ist, ob der DJ eigene Musik macht oder nur fremde Musik zu Gehör bringt.

Die DRV stellt gerne auf die Bekanntheit eines DJs ab, was für sich jedoch kein taugliches Kriterium ist – Michael Schumacher ist auch bekannt, deshalb aber noch kein Künstler. Die DRV versteht hier die Rechtsprechung des BSG zur sog. “Anerkennung in Fachkreisen” vollkommen falsch.

Gestern nun war die Gerichtsverhandlung in den Karlsruher Verfahren. Die DRV wollte die Abgabe auf die DJ-Gagen erheben, wogegen die Disko geklagt hat. Voraussetzung für die Abgabepflicht ist, dass die DJs künstlerisch tätig werden. Hauptargument der DRV war dabei, dass eine (auch mit der KSK befasste) Kollegin des Prüfers, die nach Bekunden der DRV noch in dem Alter ist, in dem man Diskotheken besucht, mehrmals vor Ort war und die DJs eindeutig als Künstler einordnen konnte (angeblich auch durch Moderationen der DJs, wobei die DJs in der fraglichen Disko tatsächlich aber absolutes Redeverbot haben).

Die Richter waren im Ergebnis von den Argumenten der DRV nicht überzeugt. Vielmehr gingen sie davon aus, dass die DJs in den konkreten Fällen nicht selbst eigene Musik kreieren. Der Klage gegen die DRV wurde also stattgegeben, die DJ-Gagen unterliegen nicht der Künstlersozialabgabe.

Klarheit bringt dieser Text: “… Kernfrage ist, ob der DJ eigene Musik macht oder nur fremde Musik zu Gehör bringt … DJ-Gagen unterliegen nicht der Künstlersozialabgabe.”

http://www.jusmeum.de/urteil/sozg_l%C3%BCbeck/d43bbb0040833446d9f1b322b36fa47ce8c5d8af3f0737ee312544c9b1274364

Urteile » SozG Lübeck » S 14 KR 1066/07

Gericht: SG Lübeck 14. Kammer
Entscheidungsdatum: 02.10.2008
Aktenzeichen: S 14 KR 1066/07
Normen: § 2 S 1 KSVG, § 1 Nr 1 KSVG, § 2 S 1 KSVG

Kläger: DJ
Beklagte: KSK

12) Für die Tätigkeit als Diskjockey beantragte der Kläger am 2. November 2006 bei der Beklagten die Anerkennung der Versicherungspflicht nach dem KSVG. Als Anlage fügte er Verträge über seine Tätigkeit, Rechnungen und Kontoauszüge bei.

13) Mit Bescheid vom 20. Dezember 2006 stellte die Beklagte fest, dass der Kläger nicht der Versicherungspflicht nach dem KSVG unterliege. Ein Diskjockey zähle nur unter besonderen Umständen zum Kreis der Musiker im Sinne des KSVG. Das reine Zusammenstellen und Abspielen von Musikprogrammen genüge nicht.

14) Gegen diesen Bescheid erhob der Kläger am 4. Januar 2007 Widerspruch. Er spiele nicht nur Musiktitel ab, sondern er mixe diese mit einem professionellen Mischpult. Damit verändere er Tonlage, Tonhöhe, Tempo und Takt. Er könne auch zusätzliche Effekte wie Flanger, Chorus, Pitch, Echo und Reverb einbeziehen. Auf diese Weise entstünden neue künstlerische Produkte.

15) Mit Widerspruchsbescheid vom 25. September 2007 wies die Beklagte den Widerspruch des Klägers als unbegründet zurück. Es handele sich bei der Arbeit des Klägers als Diskjockey nicht um eine künstlerische Tätigkeit. Dass der Kläger Musik „mixe“, sei nach seinem Internetauftritt nicht plausibel.

16) Dagegen hat der Kläger am 22. Oktober 2007 beim Sozialgericht Lübeck Klage erhoben. Zur Begründung wiederholt und vertieft er sein bisheriges Vorbringen. Seine Tätigkeit als Diskjockey sei durch Kreativität geprägt. Die Misch- und Synchronisierungsarbeit sei als kreative Tätigkeit vom KSVG erfasst. Insoweit beziehe er sich auf das Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 9. Januar 2001 (S 82 KR 139/00). Seine Gewinne erziele er überwiegend aus seiner Arbeit als Diskjockey und nicht aus dem Verleih von Licht- und Tontechnikanlagen. Seiner Klage hat er weitere Verträge und Rechnungen beigefügt.

27) Die Tätigkeit des Klägers wird nicht schon dadurch künstlerisch, dass er zusätzliche Effekte wie Flanger, Chor, Pitch, Echo und Reverb (Hall) einbeziehen kann. Denn auch bei dem Einflechten dieser Effekte handelt es sich im Schwerpunkt um eine technische Arbeit. Reine Tontechniker, die es im Rundfunk- und Fernsehbereich auch schon in den 70er Jahren gab, sind nicht im Künstlerbericht 1975 erfasst. Der Tonmeister ist in einer Reihe mit dem Kapellmeister und dem Chorleiter genannt. Er soll als ausübender Künstler nach dem Urhebergesetz nur insoweit erfasst werden, als er zur Interpretation des Werkes einen künstlerischen Beitrag leistet (vgl. BT-Drucks. 7/3071, Seite 228). Das ist bei den genannten Effekten nicht der Fall. Es geht bei der Tätigkeit des Klägers in erster Linie um das Abspielen bekannter Musiktitel, auch wenn diese durch Effekte zum Teil geringfügig verändert werden.

28) Die Kammer weist abschließend darauf hin, dass ihrer Ansicht nach die Einstufung des Diskjockeys als manuell-technische Tätigkeit wie sie hier erfolgt ist, nicht ausnahmslos gelten muss. Wer als Diskjockey sein Einkommen aus seinem kreativen Schaffen und nicht aus dem Einsatz manuell-technischer Fähigkeiten bezieht, ist „eigenschöpferisch-gestalterisch“ und damit künstlerisch tätig (vgl. BSG, a. a. O.). Dazu ist jedoch notwendig, dass der Antragsteller unter Verwendung von Tonträgern und technischen Hilfsmitteln verschiedene Musikstücke zu neuen Klangbildern und Kompositionen zusammenmischt und auf diese Weise neue Musik „schafft“. Davon, dass er eine solche Tätigkeit ausübt, konnte der Kläger die Kammer nicht überzeugen. Vielmehr stellt es sich für die Kammer nach seinem eigenen Vortrag und insbesondere angesichts seines Internetauftritts so dar, dass er lediglich ein Musikprogramm zusammenstellt, weitgehend unverändert abspielt und dazu verbindende Text spricht.

Leitsatz: Ein Diskjockey, der lediglich ein Musikprogramm zusammenstellt, weitgehend unverändert abspielt und dazu verbindende Texte spricht ist kein Künstler im Sinne der Künstlersozialversicherung. Er wird auch nicht dadurch zum Künstler im Sinne des Gesetzes, dass er ein professionelles Mischpult benutzt, mit dem er Tonlage, Tonhöhe, Tempo und Takt verändern und zusätzliche Effekte wie Echo, Chor oder Hall einspielen kann. Solange es sich im Schwerpunkt um eine technische Arbeit handelt, sind die Voraussetzungen “Musik schaffen” oder “Musik ausüben” nicht erfüllt.

Tenor: Die Klage wird abgewiesen.

Fazit: Weder das SG Lübeck noch die KSK selbst stufen einen Standard-DJ als Musiker bzw. als Künstler ein; die Arbeit des “gewöhnlichen Party-DJs” ist also NICHT künstlerisch, da keine neue Musik entsteht. Auch wenn es im letztgenannten Fall um die Versicherungspflicht (und nicht um die Melde-/Abgabepflicht) ging – wenn ein DJ keine künstlerische Arbeit leistet, kann auf die Gage dafür auch keine Sozialabgabe für die KSK anfallen!

Welcome 2013!


Wir wünschen allen Verwandten, Freunden, Bekannten, Mitstreitern, Kollegen, Brüdern und Schwestern im Geiste und auch allen anderen Lesern dieser Zeilen ein gesundes neues Jahr 2013 voller Schaffenskraft – und daß alle Eure/Ihre Wünsche in Erfüllung gehen mögen!

Bernd Klein & Olaf Hilgendorf