Windows L8 – der User weint…


Microsoft hat es wahrgemacht – das höchstwahrscheinlich zu Unrecht verschriene Windows 8 wird seit heute zu den angedrohten, horrenden Preisen angeboten. Bis gestern (also bis 31.01.2013, 24:00 Uhr) lief ja eine Aktion, in deren Rahmen man ein Upgrade auf Windows 8 Pro für sage und schreibe nur 29,99 Euro beziehen konnte.

Im Freundes- und Bekanntenkreis haben etliche Leutchen dieses Angebot genutzt. Und erste Tests haben ergeben, daß Win8 flüssig und vor allem stabil läuft. Allerdings ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Seit heute ist also nun im MS-Download-Shop zu lesen, daß die während der o.g. Aktion angekündigten Preise ab jetzt Realität sind: Ein Windows-8-Upgrade kostet 119,99 €; und ein Windows-8-Pro-Upgrade schlägt sogar mit  279,99 € zu Buche. (Witzig ist übrigens der Zusatz UVP im microsoft-eigenen Online-Shop.) Ob sich der Redmonder “Winzigweich”-Konzern mit dieser Preispolitik einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten bzw. ist eher zu bezweifeln.  Wegen knapp 30 Euro hätte sich wohl kaum ein Raubkopierer Gedanken gemacht – beim fast zehnfachen Preis für ein OS, das ohne Zusatztools nicht einmal DVDs abspielen kann, sieht das schon etwas anders aus – was auch nachvollziehbar ist.  

Die Alternative: Linux! Diverse Linux-Varianten gibt es nach wie vor umsonst. Würden nicht sämtliche “Hausfrauen” und unbedarften (zukünftigen) PC-”Besitzer” stillhalten   (echte PC-”User”, die mit der Materie vertraut sind, würden es wohl nicht tun), wenn sie beim Kauf neuer Rechner das neue MS-Win-OS aufs Auge gedrückt bekommen, wäre wohl bei den exorbitanten Preisen der Verkauf von Win8 heute für alle Zeit beendet.

Aber leider ist es nach wie vor so, daß jemand, der gerade mal so mit Windows umgehen kann (also Rechner ein- und ausschalten), mit Linux vollkommen überfordert ist – es sei denn, er startet als Mausschubser eine “Klickibunti”-Oberfläche eines Live-Systems von einer bootbaren DVD. Installation und Updates (trotz GUI) ohne Fehler sowie root-Zugriff per Konsole sind für Nicht-Profis nach wie vor ziemlich unmöglich. Denn wenn man z.B. nicht weiß, was man wie warum wo (z.B. in der /etc/apt/sources.list) zu editieren hat, ist es u.U. mit Updates Essig. Noch schlimmer ist, wenn beim kleinsten neuen Pups alte Pakete aus sämtlichen Repositories verschwinden und neue Pakete nicht kompatibel sind, so daß eine komplette Neuinstallation notwendig wird, nur weil man aufgrund irgendwelcher Abhängigkeiten auf nicht mehr aufzutreibende Pakete updaten müßte.

Das wirklich gute Debian 5, Codename “Lenny”, ist kaum noch irgendwo zu finden; das 4er “Etch” ebenso nicht – und kompatible Pakete dafür erst recht nicht. Man wäre also gezwungen, etwas  komplett neues zu installieren – es sei denn, man hätte die kompletten [sic!] 39 CDs von Lenny…  Solange Linux so anwenderunfreundlich ist, könnte Microsoft wahrscheinlich sogar 500,- Euro für ein Betriebssystem verlangen, davon dann 3 Exemplare verkaufen und mit 500 Raubkopien in jedem Kleckerdorf kämpfen… 

Na dann…

Ein Gedanke zu “Windows L8 – der User weint…

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