Facebook und der lange Arm des Gesetzes


Auf allen unseren Facebook-Projektseiten wurden die Impressen aktualisiert und die Anzeige (etwas) beschleunigt. Die alte Lösung über die “StaticHTML” genannte Applikation eines Anbieters auf Facebook war (scheinbar aufgrund zu hoher Server-Last) unzumutbar. Weiterhin wurden sämtliche Seiten untereinander per Tab und DropDown-Eintrag verlinkt. So entfällt das lästige Suchen in den „Gefällt mir“-Angaben, wenn man beispielsweise mal von Fätt-Boys zu EiTiCo wechseln möchte…

Als Facebook-Neuling eine schnelle und unkomplizierte Lösung zum Erstellen eines Impressums zu finden, ist relativ schwierig. Wenn man nun keine Lust auf Mega-Ladezeiten hat und als Admin nicht immer nur den Bearbeitungsmodus sehen möchte, wenn man selbst mal die Seite ansehen möchte oder auch einfach nur keine Lust hat, seine Daten für irgendwelche Applikationen von Fremd-Anbietern freizugeben, benötigt man ein SSL-Zertifikat. Ob die Richter vom LG Aschaffenburg, die mit Urteil vom 19.08.2011 (Az: 2 HK O 54/11) entschieden haben, daß der Schriftzug “Info” bei Facebook NICHT ausreicht (und man demzufolge wahrscheinlich auch demnächst wegen eines fehlenden bzw. fehlerhaften Impressums abgemahnt werden kann), überhaupt wissen, was das ist?

Wir möchten wirlich mal sehen, wie ein deutscher Richter ein Impressum für eine Facebook-Seite anlegt. Wir glauben, wir würden uns totlachen!

Prinzipiell ist der Gedanke, den “Verursacher” einer Website schnell ausmachen zu können, schon in Ordnung. Allerdings stimmt es uns traurig, daß man den ehemals als Volk der Dichter und Denker bezeichneten Menschen in diesem einst so schönen Land hier nicht einmal mehr zutraut, unter “Info” auf die “Homepage” und dann dort auf das “Impressum” zu klicken…

Was erwartet denn der Durchschnitts-Deutsche bei einem Klick auf “Info”? Den neuesten Brustumfang von Pam Anderson nach dem letzten Silikon-Update? Einen Gutscheincode für ein 1-Probeexemplar-BILD-Schnupperabo? Jamba-Klingeltöne? Highlights aus dem Arbeitslosen-TV? Neueste Trend-Locations zum Chillen und Abhängen? Battle-Rhymes auf Kiez-Deutsch?

Scheinbar ja. Insofern: Liebe Richter, wenn dem wirklich so ist, könnt Ihr Euch das auch sparen. Deutsche Ghetto-Kids wissen dann sowieo nicht, was “Impressum” bedeutet… Und postalische Adressen sind dann erst recht überflüssig – Briefe schreibt eh niemand mehr.   

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